Synergetik-Einzelsitzung: Schlangengrube

Die Klientin leidet seit 20 Jahren an Magenschmerzen und ständiger Übelkeit. Ihr Symptom stellt sich in dieser Sitzung als Schlangegrube dar und in Verbindung mit diesem Bild tauchen auch sofort die bekannten Symptome auf. Der Klientin gelingt es, den tieferen Hintergrund der Schlangengrube aufzudecken. Es reicht nicht aus, die Symbole zu bearbeiten, die dahinterliegenden Prägungen müssen immer mitbearbeitet und aufgelöst werden.

Kl.: Da ist noch ein Stockwerk drunter da gehe ich mal hin. Das ist aber sehr finster. Eigentlich ist da nur eine Leiter. Es zieht und pfeift ziemlich. Ich bin in einem Berg drinnen.

Th.: Wie geht es dir denn da, wie ist deine Grundstimmung dort jetzt?

Kl.: Etwas eingeengt. - Direkte Ansprache. - Du, ich fühle mich hier sehr beengt, da geht es nur entweder hinauf oder hinunter und sonst habe ich keine Möglichkeiten mich zu bewegen.

Th.: Du kannst ja schon mal deinen Wunsch äußern, daß du auf der Suche bist nach diesen Hintergründen für deinen Magen, mit deinen Worten, wie es am stimmigsten für dich ist und dann schau mal wie die Umgebung reagiert.

Kl.: Ich möchte gerne herausfinden, was da verantwortlich ist für meine Zustände, dafür daß ich nichts vertragen kann und mir ständig übel ist und ich ständig Schmerzen habe.

Th.: Sag ihm auch, daher bist du auch bereit, alles was notwendig ist anzuschauen.

Kl.: Ich bin bereit mir alles anzuschauen was dafür notwendig ist.

Th.: Dann schau mal was du jetzt gezeigt bekommst oder was weiter passiert.


Kl.: Es ist da jetzt eine Luke in dem Schacht wo ich hinausschauen kann und da ist draußen Schnee und ein Abhang und es ist ziemlich eiskalt. Ich gehe noch weiter hinunter. An den Wänden ist es schimmelig. Bäh. Da unten da wimmelt es nur so von lauter schwarzen Schlangen. Bäh, ist das gruselig. Da wird es mir noch mehr schlecht.

Th.: Frag mal ob das schon mit ein Hintergrund ist, dieses grauselige Gefühl was da ist.

Kl.: Diese Übelkeit kenne ich schon.

Th.: Jetzt siehst du sie in Bildern.

Kl.: Ich kann da ja nirgens hinsteigen, da ist ja der ganze Boden voll schwarzer Würmer und Schlangen.

Th.: Das ist dann genau das Gefühl, das Unverdauliche.

Kl.: Da ist jetzt ein Saal, ein großer Raum, aber ich kann nicht runter. Wie kommt denn ihr daher, was macht denn ihr da und was mache ich denn da?

Th.: Du schaust dich an, du konfrontierst dich. Die Frage ist, wer hat sie da abgelegt die Schlangen, was für ein Ausdruck ist das, welche Ereignisse haben dazu beigetragen, welche Gedächnisinhalte liefern solche Symbolbilder? Was hast du erlebt, daß du solche Symbolbilder in dir hast, die so unangenehm sind? Wer könnte dir da weiterhelfen? Guck mal ob du so einen inneren Führer kriegst, der dir da weiter hilft. Spüre mal ganz intensiv vielleicht, daß du vielleicht Hilfe brauchst, daß du es nicht alleine schaffst.

Kl.: Ich brauche unbedingt Hilfe. Ich kann ja nicht einen Keller mit Schlangen ausräumen, die sind ja auch giftig und beißen doch auch. Ich habe das Gefühl, die sind in mir drin, die wohnen da.

Th.: Das ist auch die Wechselwirkung, die schmeißen das Essen wieder raus oder so etwas.

Kl.: Es ist als ob ich wurmig wäre, es ist so grauselig. Ich habe das Gefühl, die sind alle in meinem Körper drinnen.

Th.: Das ist wie ein tiefer Alptraum, eine tiefe, tierische Stufe. Du weißt jedes Geschöpf hat seinen Stellenwert und die sind dort vielleicht sogar stimmig und richtig, die Frage ist nur warum. Wer könnte dir helfen. Warum sind die dort so notwendig? Die halten irgendein Gleichgewicht aufrecht. Wenn sie nicht da wären, wäre es noch schlimmer. Wer hat sie beauftragt? Welche Ereignisse machen das?

Kl.: Ich kriege die Panik. Ich kriege jetzt gleich die Panik.

Th.: Guck mal, was du brauchst? Spüre mal, daß es gut ist wenn du die Panik kriegst, weil du erlöst es ein bisschen, aber du mußt selbst gucken, was du dir zumuten kannst.

Kl.: Ich möchte lieber anhalten. Es ist als wäre ich in einer Schlangengrube und als würde jeder die Schlangen reinwerfen, aber in mich. Ich bin wie ein Schlangenmüllhalde.

Th.: Und das ist ein symbolischer Ausdruck und jetzt guck mal welche Symbole dazu beigetragen haben. So sieht es in dir aus, deshalb kannst du nichts mehr verdauen.

Kl.: Es hatte nichts mehr Platz. Wollt ihr raus?

Th.: Vielleicht geht es denen gut in dir, oder hole dir Leute, die dir helfen können.

Kl.: Ich komme nicht zum denken, da unten es ist so primitiv, ich weiß mir überhaupt nicht zu helfen.

Th.: Guck welche Impulse du hast. Was möchtest du tun? Vielleicht denen da oben mal sagen, daß sie aufhören sollen. Du kannst mit deinem Bewußtsein vielleicht mal rausgehen und mal gucken wer das da ist.

Kl.: Das sind viele.

Th.: Geh hin mit deinem Bewußtsein. Guck hin wer es macht, dann müssen wir der Spur folgen.

Kl.: Da ist eine ganze Gemeinschaft, ein ganzer Ort und hier ist der Schacht wo man die Schlangen reinwirft. Das ist bei denen allen abgemacht. Das ist so praktisch. Das ist eigentlich eine Zumutung. Jetzt werde ich zornig, das ist eine Frechheit, das ist unmöglich was die da tun, das können die nicht einfach so tun.

Th.: Und jetzt guck mal wer das ist. Das sind ganz konkrete Leute in deinem Leben und die wissen das gar nicht und du hast das denen mal zu sagen und du hast denen auch zu zeigen wie wütend du bist. Du mußt die dazu bringen, daß die aufhören die Schlangen da rein zu schmeißen, weil das hat was mit dir zu tun und das ist symbolische Arbeit jetzt was du machst.

Kl.: Jetzt ist Schluß damit. - Fängt an zu schlagen und schreit dabei. - Fort mit euch. Schluß. Das ist hier von jetzt an ab- geschlossen.

Th.: Und du siehst wieviel Kraft du hast.- Klientin bejaht. - Und du siehst wieviel Schlangen die da reinwerfen müssen, damit du dich mal wehrst. - Klientin schlägt.- Und dann fordere sie ganz konkret auf zu zeigen wer das ist, diese Gemeinde soll mal auftauchen.

Kl.: Mein Vater, meine Mutter, meine Tante, meine Großmutter.

Th.: Und dann nimmst du sie mal mit und zeigst denen mal die Schlangen.

Kl.: Mir ist schlecht.

Th.: Und da kommt jetzt schon das Kotzen. Hier hast du einen Eimer. - Klientin kotzt. - Die sollen sich das angucken, damit sie aufhören mit dem Mist.

Kl.: Sie schauen nicht hin.

Th.: Dann hau drauf, du kannst dich wehren, du bist kein Kind mehr.Du kannst es heute korrigieren. Das ist das was du machen kannst und machen mußt. Die sollen sich das da unten mal angucken.

Kl.: Die spucken mich an und wollen mit mir nichts zu tun haben. Ich ekel sie an.

Th.: Das mußt du aushalten. Hole sie da runter. Sie sind Vater und Mutter und haben für ihr Kind zu sorgen.

Kl.: Ihr habt die ganze Welt hinter euch und ich bin alleine. Ihr habt den Bürgermeister und den Pfarrer und das ganze Recht habt ihr hinter euch und ich bin rechtlos. Ihr seid stark. Ihr habt die ganze etablierte Gesellschaft hinter euch und aus mir macht ihr eine Schlangengrube. - Weint.-

Th.: Genau das ist das Ding und jetzt kannst du entscheiden ob du die Schlangengrube sein willst oder ob du lieber das System störst.

Kl.: Ich mache das nicht mehr mit. - Schreit. - Nein. - Weint. -

Th.: Die müssen wissen, daß ihr System nicht mehr funktioniert wenn du aussteigst.

Kl.: Ich bringe ihn um. Alle Schlangen hinter mir her. Jetzt rennen sie, jetzt kriegen sie Angst.

Th.: Du mußt das tun sonst wirst du nie gesund. Das ist auch Gesundheit, sich wehren. Du mußt die Ordnung stören.

Kl.: Jetzt stehe ich da und alle Schlangen hinter mir her.

Th.: Die stehen symbolisch für was, die machen den Leuten Angst. Warum akzeptieren sie die Schlangen denn nicht? Die sind bestimmt nicht alle giftig.

Kl.: Für die sind die das Böse, was stört. Das ist auch nicht das Richtige. Jetzt gehen die zur Seite und sind froh, daß ich mit den Schlangen abmaschiere. Immer der selbe scheiß. Sie treten zurück und sagen, hauptsache die geht mit den Schlangen weg.

Th.: Deine Eltern müssen für dich sein, die anderen dürfen das. Es kann sein, daß du die nicht in deine neue Welt kriegst, daß sie die Schlangen annehmen, aber deine Eltern müssen für dich sein, das ist die Bedingung. Deine Eltern in deinem Kopf müssen die absoluten tollen Eltern sein. Wenn du das hingekriegt hast, bist du gesund, bis dahin haben deine Eltern noch was zu kapieren und zu lernen, die können sich nicht abwenden.

Kl.: Die halten ängstlich meinen Bruder, damit der ja nicht in Berührung kommt mit mir.

Th.: Dann schenke dem Bruder als erstes mal einen Schlange. Der hat keine Angst vor Schlangen habe ich recht? - Klientin bejaht. -

Kl.: Ich muß vorher was tun, bevor die die Schlangen in mich reinwerfen. Denen ist das völlig recht wenn ich abziehe mit den Schlangen.

Th.: Denen ist das völlig recht, daß sie nichts tun müssen. Wenn du deine Sachen aufgearbeitet hast ist es ihnen egal ob sie dazu einen Beitrag geleistet haben oder nicht. Wenn deine Eltern neugierig sind kommen sie nach. Du darfst nicht auf den Machttrip gehen, du darfst sie jetzt nicht anders haben wollen, weil das die gesellschaftliche Struktur wiederspiegelt. Du kannst in deiner Innenwelt basteln, aber trotzdem steht es im Widerspruch zur gesellschaftlichen Struktur, aber deine Eltern müssen für dich sein, das ist der entscheidende Punkt.

Kl.: Sie sagen, sie sind für mich wenn ich die Schlangen loslasse.

Th.: Keine Bedingungen. Vaterliebe, Mutterliebe kennt keine Bedingungen.

Kl.: Mit der Schlange wollen sie mich nicht.

Th.: Das geht nicht, dafür haben sie das Kind geholt. Die müssen jedes Kind annehmen egal wie aussätzig es ist.

Kl.: Sie haben Angst vor mir.

Th.: Du bist stärker. Kinder sind stärker. Du bringst was Neues , was Lebendiges und da haben sie Angst vor. Du mußt stärker sein also bring die Schlangen wieder in ihr Leben.

Kl.: Schaut, das sind eure Schlangen. Ich verteile sie jetzt. Ich gebe jedem seine Schlangen zurück.

Th.: Und damit sie glauben, daß es ihre Schlangen sind kannst du den Schlangen sagen, sie sollen dahin gehen woher sie gekommen sind und dann siehst du ja von selbst wo sie hingehen.

Kl.: Schlangen geht dorthin wo ihr hingehört. Der ganze Haufen geht zu meinem Vater, zu meiner Mutter auch und zum Pfarrer gehen auch zwei.

Th.: Du kannst es wirklich auch als Energieanteil von Einfluss sehen.

Kl.: Ein Lehrer den ich sehe.

Th.: Und das sind alles die Energieanteile die heute deine Verdauungsprobleme massiv machen, mit all den Gefühlen die du gerade massiv gespürt hast.

Kl.: Siebenundzwanzig Schlangen zu meiner Großmutter. Die Schlangen gehen in die Leute hinein, ich sehe das.

Th.: Das ist toll. Das heißt, sie sind bereit sie wieder anzunehmen.

Kl.: Mit meiner Mutter gibt es Probleme, die will jetzt alle Schlangen nehmen und sich opfern.

Th.: Das würde wieder nicht dem System entsprechen, weil die Schlangen sollen dahin gehen wo sie hingehören.

Kl.: Mama, das geht so nicht. Das tut niemanden was gutes. Wenn es dir nicht gut geht, geht es mir auch nicht gut. Die Schlangen finden schon selber ihren Weg, du mußt sie nicht zu dir locken.

Th.: Guck dir mal den Anteil in dir an, du mußt den auch haben. - Klientin bejaht. - Die Schuld der Welt auf dich laden damit es den anderen besser geht.

Kl.: Dazu sind ja Frauen auch da.

Th.: Dann sollen sie das jetzt mal ändern, damit die anderen auch wachsen können. Dein Papa wächst nämlich wenn der seine eigenen Schlangen akzeptiert und das verhindert deine Mutter und das ist die Sauerei dahinter.

Kl.: Du brauchst auch nicht mehr nehmen als dir gehören. Die sind alle zwei so.Jetzt stehen da noch andere Leute, die ich nicht kenne und da gehen auch Schlangen hinein und in meinen Bruder auch. Jetzt hat jeder so ein bisschen was Aufmüpfiges in sich, so etwas nicht mitmachendes. Jeder hat jetzt was Böses in sich.

Th.: Jeder ist wieder bereit das Böse selbst zu tragen.

Kl.: Diese Schlangengrube wird jetzt zugemacht, die gibt es jetzt nicht mehr und jeder sorgt für seine Schlangen jetzt selber.

Th.: Und du machst jetzt noch einmal einen Einstieg in diese Grube weil sie ist ein Symolbild für deinen körperlichen Ausdruck und guckst mal, was jetzt da ist.

Kl.: Noch mal da herunter?

Th.: Du steigst in dich hinein, mehr heißt das ja auch nicht.

Kl.: Da unten ist eine Wiese, schönes grünes Gras.

Th.: Das heißt du bist bereit diesen Ort auch wieder anzunehmen.

Kl.: Es ist so unlogisch, daß da in dem Berg in der Höhle eine Wiese ist.

Th.: Das heißt, daß ganz tief in dir es wieder eine normale Ordnung hat. Das ist jetzt auch Symbolebene im Vergleich zu eben dem Aufstoßen und Ekel der kam. Du kannst genau die Entsprechung dort sehen. Ich würde sogar die Leute nochmal herbeiholen und ihnen zeigen wie es jetzt in dir aussieht und das es für dich wichtig ist, egal was sie machen. Du brauchst diese Wiese in dir, damit es dir gut geht das müssen sie auch wissen.

Kl.: Jetzt gehen sie auch herunter und brauchen sich nicht mehr zu fürchten. Schaut, da ist eine Wiese und es ist wichtig für mich, daß es so bleibt, deswegen dürfe die Schlangen hier nicht mehr herunter geworfen werden, das machen wir jetzt ab.

Th.: Und man kann sogar sagen, wenn sie die Schlangen in dir nicht mehr darunter werfen hast du deine grüne Wiese und dir geht es besser und deine Verdauungsprobleme sind zumindenst auf der symbolischen Ebene wesentlich behobener. Die tun nicht nur was für sich sondern für deine Gesundheit.Was meint denn der Papa dazu.

Kl.: Die Eltern freuen sich.

Th.: Ich habe so die Idee, ich denke es ist noch notwendig, daß dein Papa dir die Szenen zeigt wo er symbolisch dir die Schlangen gegeben hat, weil das sind Gedächnisinhalte die sind noch da. Und frage ihn ob er bereit ist dir zu helfen die aufzulösen damit es dauerhaft die Wiese wird und nicht nur jetzt für den Moment. Wenn er das tief kapiert hat müßte er bereit sein dir auch die Gedächnisinhalte zu zeigen und nicht nur für den Moment. Frag ihn mal und guck ob er nickt oder den Kopf schüttelt.

Kl.: Er nickt. Er sagt er ist nie mit seiner Sexualität richtig fertig geworden. Er erzählt mir jetzt was. Ich bin ein Kind und er schaut mich so an und er kriegt sexuelle Wünsche wenn er mich anschaut und ich glaube ich bin böse oder schuld daran oder ich löse das aus in ihm. Es sind keine Worte, aber ich fühle mich einfach böse. Papa, ich fühle mich derartig mies als wäre ich wirklich böse und ich habe den Wunsch, als möchte ich gar nicht mehr leben. Ich glaube es wäre besser für dich wenn ich nicht da wäre, das Gefühl kriege ich wenn ich dich so anschaue. Es wäre viel besser ich wäre nicht da, dann ginge es ihm besser.

Th.: Frag ihn ob das so ist.

Kl.: Ist das so? Wünschst du dir, daß ich tot sein soll? Er sagt nein, er liebt mich doch, aber ich bin halt eine Frau und da gibt es halt Probleme.

Th.: Frag ihn mal, wenn er das genau wahrnimmt darunter leidet, ob er dann wünscht, daß du weg wärst?

Kl.: Er sagt: Ich wünsche, ich hätte keine Tochter.

Th.: Also er liebt dich schon als Kind, aber wenn er da drin steckt merkt er, er hat schon ein Problem damit, daß du da bist und das spürst du anscheinend.

Kl.: Wo soll ich denn hin, ich kann doch nicht alleine existieren. Was soll ich denn jetzt machen? Ich kenne mich gar nicht mehr aus, ich kann mich auch nicht verwandeln, ich würde ja auch viel lieber ein Bub sein, aber ich kann mich ja nicht verwandeln und ich kann auch nirgens hingehen. Ich bin total verzweifelt.

Th.: Hole mal die Schlange die dazu gehört, die das symbolisch repräsentiert, da ist ja anscheinend eine Schlange entstanden.

Kl.: Das ist eine ziemlich grausige dicke schwarze Schlange.

Th.: Zeig die deinem Vater mal, daß ist das, was er gemacht hat auch wenn er das nicht wollte, das ist das Ergebnis.

Kl.: Das ist das Ergebnis, das ist entstanden durch unsere Beziehung. Es ist zum verzweifeln. Es ist ein so vernichtendes Gefühl.

Th.: So, wie es damals entstanden ist arbeitet es heute noch in dir. Jetzt mußt du mit der Schlange was machen.

Kl.: Ich habe wirklich den Wunsch es möge mich gar nicht geben.

Th.: Frag mal die Schlange ob sie dich davon befreien, dir helfen kann?

Kl.: Sie sagt, schau mich an, ich bin die Wahrheit. Das sehe ich, aber ich kann es nicht aushalten. Wie soll ich das aushalten und trotzdem weiterleben?

Th.: Genau darum geht es.

Kl.: Es ist die Wahrheit und es ist unerträglich. Papa, es ist unerträglich für mich. Ich will es dir ja recht machen, aber ich weiß nicht wie. Ich liebe dich doch auch aber ich weiß nicht wie ich es dir recht machen kann. Es ist unmöglich, daß ich mich jetzt in ein männliches Wesen verwandel und sterben will ich auch nicht. - weint -

Th.: Also, dein Vater muß lernen dich als Tochter anzunehmen ohne dich als Frau zu sehen.

Kl.: Das ist genau meine jetzige Situation. Ich kann nicht leben und ich kann nicht sterben. - Direkte Ansprache. - Papa, das geht mir heute noch so, ich kann nicht leben und nicht sterben.

Th.: Und das alles spiegelt auch dein Körper wieder, dein Verdauungsapparat, die Situationen sind nicht verdaut, die Gefühle sind noch da.

Kl.: Manchmal denke ich, ich bin grundfalsch, nicht genügend, unpassend. Und diese Ohnmacht, nichts ändern zu können. Papa sagt, er sieht in mir die Versuchung, durch mich erscheint ihm der Teufel. Ich bin die Versuchung in Person. Ich bin der Auslöser dafür. Ich finde das so ungerecht, wie komme ich denn dazu?

Th.: Hole mal deine Mutter dazu, die soll sich das Leid auch angucken. Dein Papa braucht Hilfe, vielleicht kann deine Mutter ihm helfen. Du leidest drunter.

Kl.: Die Mama sieht das selbe in mir. Sie hat den selben Standpunkt. Sie ist noch böser auf mich als der Papa. Sie ist eifersüchtig auf mich und sie würde mich auch am liebsten weghaben. Sie sagt, der Papa hat dich lieber als mich und das passt mir nicht.

Th.: Zeig ihr deinen Schmerz, zeig ihr deine Unschuld und dass sie den Kontakt wieder findet.

Kl.: Mama, ich kann überhaupt nichts dafür und ich habe halt den Papa gern, weil er mein Papa ist und dich auch und sonst weiß ich nichts.

Th.: Tauscht doch mal beide die Rollen, daß sie dich wahrnimmt als kleines Mädchen und du gehst in sie rein und siehst sie. Dann lernt ihr beide euch kennen.

Kl.: Mama tausche mal den Platz mit mir, gehe in mich hinein und ich gehe in dich. Jetzt sehe ich das aus den Augen meiner Mutter. Ich liebe den Mann sehr und ich sehe, er fühlt sich zur Tochter hingezogen.

Th.: Hat sie Angst ihn zu verlieren, innerlich? - Klientin bejaht. - Sag es ihr. Ihr solltet alle ins Gespräch gehen untereinander. Die Wahrheit ist wie sie ist, aber redet drüber.

Kl.: Ich habe Angst dich zu verlieren. Ich sehe du magst die Tochter sehr gerne und die ist so frisch und frei und so unkonventionell und mich hast du fertig gemacht, mir hast du meinen Willen genommen. Ihr gestehst du viel mehr Freiheiten zu und ich bin eifersüchtig.

Th.: Und spüre auch mal ob du dem Mann den Sex verweigerst, daß der den bei der Tochter sucht. Spüre mal hin. Es sind immer Männer die mit Kindern was anfangen, die mit Frauen nicht klarkommen oder wo die Macht bei den Frauen sitzt.

Kl.: Er verweigert es ihr. Ich verstehe es nicht.

Th.: Da muß sie was mit zu tun haben. Weil Männer, die mit kleinen Kindern was haben, haben immer auch so ein Machtpotential.

Kl.: Es ist ein Machtspiel.

Th.: Die Kinder sind unschuldig, da können die Männer stark sein.

Kl.: Sie macht ihn verbal fertig. Wenn ich mich so als Mutter spüre, dann merke ich, der Mann hat meinen Willen gebrochen und mir meine Würde genommen. Ich habe zu spuren und bin wahnsinnig wütend und kann mich aber nicht wehren, also mache ich Sticheleien und ihn anders herum fertig. Er macht es so, daß er sich verweigert, wenn ich nicht gespurt habe. Ich schlafe aber sehr gern mit ihm. Es ist sehr kompliziert.

Th.: Und schau mal die Tochter liebt ihn einfach so, die ist ganz unkompliziert.

Kl.: Sie ist naiv und der Papa ist der Größte und das braucht er.

Th.: Redet mal zu dritt, guck mal ob das geht.

Kl.: Ich gehe jetzt als Erwachsene hin. Ich möchte, daß ihr das miteinander austragt, weil ihr beide eigentlich ein Problem habt. Das Kind sieht vielleicht auch, daß du Papa mit der Mama nicht glücklich bist und vielleicht will es dir auch eine bessere Frau sein, ein besserer Partner sein als die Mutter. Sie spürt, daß der Papa unglücklich ist.Das ist aber eine Anmaßung, ich bin nur ein Kind das ist euer Problem.

Th.: Und die häßliche Schlange ist das Symbol für diesen Konflikt. Nehmt sie mal alle in die Mitte. Da habt ihr das Problem symbolisch.

Kl.: Die gehört uns allen nicht nur mir. Ich wollte die euch allen wegnehmen damit es euch besser geht.

Th.: Ja die machen heute noch Ekelgefühle in dir.

Kl.: Ja, mir ist seid zwanzig Jahren nur übel, zum kotzen.

Th.: Was sagen Mama und Papa?

Kl.: Ich würde mir jetzt wünschen, die Mama würde sich auf die Beine stellen und das klarkriegen mit dem Vater. - Direkte Ansprache. - Mama, ich wünsche mir, daß du dem Papa deine Wut zeigst über die Unterdrückung, daß du mit ihm darüber sprichtst. Du hast mich immer vorgeschoben, hast immer gesagt rede du mit ihm, du hast den besseren Draht zu ihm. Siehst du, daß du eigentlich das gemacht hast, daß du mich ihm hingegeben hast und dich selber rausgehalten hast, weil du so konfliktscheu bist? Bitte, ich möchte, daß du das offenlegst, daß du wütend und verzweifelt bist und einen Kampf hast mit ihm, männlich gegen weiblich. Ihr müßt das miteinander austragen. Jetzt ist die Großmutter noch gekommen hinter die Mutter und jetzt reden die. Die sind jetzt sehr miteinander beschäftigt und ich kann jetzt gehen. Die Schlange laß ich bei denen.

Th.: Ist auch eher ein Adam und Eva Problem.

Kl.: Ist es und das habe ich auch bis heute, daß ich nicht klarkomme mit männlich und weiblich, das kämpft und kämpft. Das kenne ich ganz genau das Problem.

Th.: Dann hole mal deinen Mann herbei und zeig ihm wie es sich auch dort niederschlägt. Rede mit ihm. Zeig ihm einfach die Schlangen und schau wie er reagiert.

Kl.: Bin ich jetzt nicht zu sehr im Kopf? Ich habe das Gefühl ich rede zu sehr.

Th.: Vielleicht ja, aber zumindest verbinden sich die Gedankengänge.Sonst guck mal, wo es dich gefühlsmäßig hinzieht.

Kl.: Ich sehe jetzt meine Mutter als kleines Kind. Sie ist sehr ernst und traurig, hat so blonde Zöpfe und schaut ganz traurig aus. Warum bist du denn so traurig? Sie sagt, weil mich die Mama nicht mag, die mag nur den Bruder und die kleinere Schwester. Das selbe hast du ja mit mir auch gemacht. Genau so, du magst nur den Bruder und mich überhaupt nicht. Sie wiederholt ihr Schicksal.

Th.: Dann hole mal die Oma herbei und zeig ihr das mal, wie sie das bei dir wiederholt. Vielleicht kann sie da mal was korrigieren.

Kl.: Oma, das ist verkehrt wie du das gemacht hast. Du kannst mir nur helfen indem du meine Mutter liebst. Du hast mich immer bevorzugt und hast gedacht du kannst es so machen, aber es geht nur direkt über meine Mutter. Jetzt umarmt sie meine Mutter. Das hat die Auswirkung, daß meine Mutter jetzt stärker ist. Was immer noch da ist, ist die Rechtlosigkeit. Wenn ich meine Mutter und meinen Vater sehe, dann ist meine Mutter rechtlos. Er hat das Recht seine Pläne zu verwirklichen und seine Pläne durchzusetzen, das was für ihn richtig ist, seine Ideen zu verwirklichen, beruflich und sie hat das Recht nicht. Bei ihr kommt zuerst die Pflicht für die Familie da zu sein, dem Mann ermöglichen, daß er seines machen kann, aber wenn sie sagt sie möchte ihre innersten Ideen verwirklichen, dann ist es wie ein Verbrechen.

Th.: Das ist die eine Sichtweise, die ist wahrscheinlich objektiv, mag so sein, die andere Sichtweise ist, die beiden gehen eine Symbiose ein und jeder trägt dazu bei was er kann und deshalb passt es so gut. Ob die darunter leiden oder das toll finden, daß ist die Geschichte ob sie einverstanden sind wo sie hin wollen, die Frage ist nur was stört dich daran.

Kl.: Ich will keine Frau sein. Das ist für mich keine Zukunftsaussicht, das bringt mich zur Verzweiflung.

Th.: Du mußt deine Mutter nicht als Vorbild nehmen.

Kl.: Ich habe keine andere.

Th.: Das ist der entscheidene Punkt. Es kann sein, daß deine Mutter mit diesem Weltbild dir ein relatives enges Weltbild mitgegeben hat an dem du immer noch knabberst. Letztendlich ist es irgendwas Ideales was da passte, für jedem seinen Entwicklungsschritt, auch wenn er erst mal leiden muß, für die Weltentwicklung ist es ein Schritt. Die Frage ist, was ist für dich daraus zu lernen und was hast du noch nicht gelernt. Jetzt wiederholst du was und du leidest darunter und du projezierst es auf deine Eltern.

Kl.: Ich habe männliche Ideen und einen weiblichen Körper und das passt nicht. Ich bin verzweifelt und weiß nicht wie ich das umsetzen soll. Ich bin nicht sanft, ich bin nicht hingebungsvoll, ich möchte was unternehmen, ich möchte was tun. Das ist aber nicht gestattet als Frau oder nicht passend.

Th.: Das denkst du und das scheint das Entscheidende zu sein.

Kl.: Es ist so verkehrt.

Th.: Die Gefahr ist, daß du denkst, daß du so verkehrt bist.

Kl.: Sie sagen es mir ja. Der Papa sagt, du bist kein richtiges Mädchen. Mädchen sind sanft und lieb und du bist wild und kratzbürstig.

Th.: Die Gefahr ist nur, daß er die Symbiose, die er eingegangen ist mit deiner Mutter, als die absolute Wahrheit darstellt.Daß er dich anders sieht und du anders bist das ist mal sein Problem. Das Problem ist, warum machst du es dir zum Problem?

Kl.: Ich bin nicht richtig. Ich bin keine richtige Frau und ein Mann bin ich auch nicht.Ich entspreche nicht dem wie eine Frau sein soll. Ich weiß nichts anzufangen mit mir. Ich versuche jetzt eine Frau zu sein wie ich es mir vorstelle, aber es gelingt mir nicht und es ist aber ein Verbrechen zu sagen, ich will meine Ideen verwirklichen. Ich habe es auch nicht getan, ich habe nicht studiert was ich wollte.

Th.: Das Hauptproblem scheint mir zu sein, daß du nicht zu dem geworden bist, was du selbst bist, daß du nicht zu dir geworden bist.

Kl.: Ich bin überhaupt nicht ich.

Th.: Und das kannst du deinem Papa vorhalten. Das ist der Fehler den er gemacht hat. Er kann tausend Gedanken haben, aber er hat dich zu dir selbst zu führen.Er hat dich als Vater zu unterstützen, daß du du selbst wirst. Wenn du mal als Mädchen geboren wurdest, dann ist das so richtig und das kannst du ihm sagen und hier wollte ich das tun und hier mußt du mich unterstützen und das mußt du dir in dir noch zurückerobern, denn in dir hat dein Papa für dich zu sein. Was die Eltern für eine Symbiose haben, die du nicht haben willst das ist in Ordnung, aber du mußt dein Leben leben, das kann ja gerade die Spannung sein die du wieder aushalten mußt als nächstes, aber an dem Thema mußt du arbeiten in dir, weil das scheint dir noch nicht klar zu sein sonst hättest du es ja gemacht.

Kl.: Ich weiß nicht wer ich wirklich bin. Alles was ich finde ist das ich eine Schlangengrube bin.

Th.: Sag es dem Papa.

Kl.: Du Papa, das ist schon erschütternd, ich weiß nicht wer ich wirklich bin und alles was ich jetzt gesehen habe ist, daß ich eine Schlangengrube bin.

Th.: Das heißt du hast gelernt über seinen Fehler, das ist schon mal was.

Kl.: Und Mama, ihr habt mir immer nur vermittelt ich bin nicht richtig so wie ich bin und habt mir gezeigt, so und so und sanft und lieb. Ich kann nicht künstlich sein was ich nicht bin und ich weiß nicht mehr wer ich bin es ist verkrampft.

Th.: Frag sie mal ob sie bereit sind dir zu helfen herauszufinden wer du bist oder dich zu unterstützen oder zumindest dich nicht zu sabotieren.

Kl.: Seid ihr bereit mich zumindest nicht zu sabotieren, mich so zu sein zu lassen wie ich bin auch wenn ihr das total unmöglich findet und unpassend? Sie sagen dann wäre es uns lieber du wärst tot bevor du unpassend bist. Wir müssen uns genieren und...

Th.: Das mußt du überwinden, da steckt Angst dahinter, das ist die Hemmung deiner Energie.

Kl.: Die Gesellschaft, wie stehen wir denn dann da, wir sind doch Lehrer und Vorbilder im Ort und wir können doch nicht eine so unmögliche Tochter haben.

Th.: Das ist das was du mitgekriegt hast und das mußt du überwinden, da verweigern dir deine Eltern deine Entwicklung. Da ist jeder der anderen Leute wichtiger als die Tochter und so lange sie dich damit unter Druck setzen ist es ja in Ordnung aber wenn du es anders machst, dann haben sie ein Problem. Du mußt was anstellen, damit sie sich genieren. Mach mal was Verrücktes, daß sie sich so richtig blamieren, in dieser Pubertätszeit.

Kl.: Habe ich nicht gehabt diese Zeit.

Th.: Dann hole sie mal nach in der Dorfkneipe zum Beispiel, es geht ja nur darum daß du die Tabus deiner Eltern in dir zerstörst.

Kl.: Ich treffe mich jetzt mit dem Freund obwohl die Eltern das verboten haben und gehe mit dem in das Cafehaus, da bin ich aber schon vierundzwanzig.

Th.: Laß ihn mal etwas auffällig fummeln oder irgendwas machen was peinlich ist, weil es geht ja um Sexualität, es geht ja um Schlangen.

Kl.: Ich brauche mich ja nur mal fesch anziehen und so durch die Stadt gehen. Ich bin ja immer so gegangen, daß ja niemand den Busen sieht. Ich bin immer in Sack und Asche gegangen damit ja nur niemand merkt, daß ich eine Frau bin.

Th.: Gut, daß ist ja nicht so schwierig das jetzt anders zu machen.

Kl.: Das probiere ich jetzt. Sie schämen sich fürchterlich für mich.

Th.: Das ist toll, das ist jetzt Entwicklung für sie.

Kl.: Das ist eine Schande.

Th.: Sag deinem Papa, sie haben eben so eine hübsche Tochter und so ist das nun einmal. Der liebe Hergott hat da seine Hände mit im Spiel gehabt. - Die Sitzung wird an dieser Stelle mit einer Vereinbarung beendet. Die Thematik wird in der nächsten Sitzung weiterbearbeitet.